Vereinschronik

Schon lange vor Gründung des jetzigen Vereines wurde in Frankenfels geschossen. Denken wir an das "Freischießen" der hiesigen Jäger zu Fronleichnam, das aus dem Jahre 1769 überliefert ist, vermutlich aber schon seit Mitte des 17. Jhdts. stattfand. Einen Schützenverein im heutigen Sinn gab es bereits vor über hundert Jahren, wo 1882 bei einem "Lichtelschießen" auf der Schwerbacher Schießstätte auch Schützen aus Weißenburg teilnahmen. Dieses Schießen fand bei Dunkelheit statt, wobei die Scheibe von zwei Kerzen beleuchtet war. Freilich waren unsere Schützen von damals großteils mit den Jägern identisch, die eben auch auf die Scheibe schossen.

Die Anfänge des jetzigen Frankenfelser Schützenvereines gehen in das Jahr 1963 zurück. Damals beschlossen der hiesige Heimat- und Trachtenverein in der Vereinsleitungssitzung vom 20. Juli dieses Jahres die Gründung einer Schützengilde und die Umbenennung der Organisation in "Heimat- und Schützenverein". Zum Oberschützenmeister (OSM) wurde Alois Renner, zum Schützenmeister (SM) Josef Aigner gewählt.

Aus dem Bemühen der Eigenständigkeit strebte man seitens der Schützengilde eine Loslösung vom Trachtenverein und die Gründung eines eigenen Vereines an, die am 28. April 1965 erfolgte. Auf Betreiben Renners konnte im Keller des Amtshauses eine Schießstätte mit sieben Ständen eingerichtet werden. Die Eröffnung erfolgte anläßlich eines Preisschießen am 15. August 1966.

Seit damals stehen sportliche sowie gesellschaftliche und kulturelle Veranstaltungen im Mittelpunkt. In den Anfängen wurden Vergleichskämpfe mit anderen Schützengilden durchgeführt, man beteiligte sich an Fern- und Direktwettkämpfen, trat bei Bezirks- und Landesmeisterschaften an.

Die Neuwahl bei der Generalversammlung am 25. März 1972 brachte folgendes Ergebnis: OSM Alois Steinmetz, SM Alfred Heinreichsberger, Kassier Eduard Gonaus, Waffenwart Friedrich Buchebner, Standwart Leopold Seidl, Schützenräte Josef Aigner und Leopold Karner. Alois Renner wurde nun zum Ehren-Oberschützenmeister ernannt.

Neben unseren sportlichen Aktivitäten wirkten wir seit 1974 bei Zeltfesten anderer Frankenfelser Organisationen (Oktoberfest der ÖVP, Feuerwache Weißenburg, Sportlerfest der Union) mit einer Schießbude mit.

Beim zehnjährigen Bestandsjubliläum am 11. Juli 1975 hatte der Verein neben zahlreichen Erfolgen auf Bezirks- und Landesebene mit Friedrich Buchebner einen dreimaligen Landesmeister und mit Eduard Gonaus einen NÖ Meister aufzuweisen.

In den 70er Jahren wurden neue Trachten angeschafft, die bis heute noch für Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit bei Bezirks- und Landesschützentagen und bei Veranstaltungen der Gemeinde sorgen, sowie natürlich auch die dazugehörenden Salutschüsse.

1982 wurde dann Leopold Wutzl österreichischer Meister (Juniorenklasse, Luftgewehr-Mannschaft). Der Landesschützenkönig des Jahres 1984 hieß Hermann Leb. In diesem Jahr errang Eduard Gonaus jun. den Titel NÖ Meister (Jugendklasse IV, Luftgewehr-Einzel). 1986 wiederholte Walter Grasmann diesen Titel. Landesschützenkönig 1988 wurde Eduard Gonaus jun.. 1987 wurden Eduard Gonaus jun., Walter Grasmann und Erich Schlembacher NÖ Meister (Jungschhützenklasse, Luftgewehr-Mannschaft), diesen Titel wiederholten die Drei 1989 in der Juniorenklasse. Schließlich erreichte Gonaus jun. 1990 neben dem NÖ Meister zweimal den Titel "Österreichischer Juniorenmeister" in den Disziplinen Luftgewehr und Kleinkaliber (Englishmatch).

Zum 25jährigen Vereinsjubiläum fand am 23. Sept. 1990 in Frankenfels der 9. Landesschützentag statt. Am Jubiläumstag waren über 40 Schützenvereine mit über 700 Schütz/inn/en in Frankenfels zu Gast. Die Teilnahme der Schützenkompanie aus St. Margarethen in Tirol stellte für den Landesverband eine besondere Freude dar. Nach dem Salut und den Meldungen der Hauptmänner der Kompanien aus St. Margarethen, der Pielachtaler Schützengilde sowie des Kanonenzuges aus Klosterneuburg hielt Landesoberschützenmeister Edmund Springer seine Festansprache. Alois Steinmetz, Eduard Gonaus sen. und jun. erfuhren Ehrungen seitens der Gemeinde Frankenfels. Zu diesem Anlaß ernannte der Schützenverein Frankenfels Bürgermeister in Ruhe Franz Größbacher zum neuen Ehrenmitglied. Seraphine Renner, die Frau des Gründers Alois Renner, und der ehemalige Schönauwirt Leopold Karner waren zu diesem Zeitpunkt bereits Ehrenmitglieder. 1994 überreichte man dem seinerzeitigen Gastwirt Wilhelm Steiner ebenfalls die Ehrenmitgliedschaft.

1991 wurde Eduard Gonaus jun. erneut Österreichischer Staatsmeister (Herrenklasse, Luftgewehr in der Mannschaft). 1992 feierte der Landesschützenverband für Niederösterreich sein hundertjähriges Bestehen. In der Festschrift ist auch ein Bericht mit einem Bild des Schützenvereines Frankenfels enthalten. Beim Frankenfelser Cup im Jahre 1992 entdeckte man Christine Neubauer jun. als Talent. Sie wurde 1993 NÖ Meisterin und erreichte österreichweit den 3. Platz bei den Schülern.

1993 wählte man Eduard Gonaus sen. zum Oberschützenmeister, Alois Steinmetz wurde zum Ehren-Oberschützenmeister ernannt.

1995 wurde Eduard Gonaus sen. aufgrund seiner mehr als 20jährigen Tätigkeit als Funktionär auf Vereins- und Bezirksebene die Bronzene Ehrennadel des Landes Niederösterreich verliehen.

Bei der Junioreneuropameisterschaft 1996 in Budapest konnte Christine Neubauer als beste Österreicherin einen 17. Platz belegen. Außerdem erreichte sie in diesem Jahr fünf 1. Plätze bei Bezirksmeisterschaften, fünf 1. Plätze bei Landesmeisterschaften, zwei 1. Plätze bei Ö-Cups, das Prädikat dreifache österreichische Meisterin und einen 5. und 6. Platz bei internationalen Kämpfen in München und Ruhpolding.

Durch die beiden Leistungsschützen Eduard Gonaus jun. und Christine Neubauer folgten zuerst Teilnahmen an internationalen Wettkämpfen und danach durch Christine Neubauer auch Teilnahmen an Europa- und Weltmeisterschaften.

Der Gesamtmedaillenstand beträgt per Stand 20. Mai 1997 452. Davon wurden 18 (8 Gold, 5 Silber, 5 Bronze) bei österreichischen Staatsmeisterschaften, 70 (24 Gold, 31 Silber, 15 Bronze) bei Landesmeisterschaften und 365 Medaillen (182 Gold, 100 Silber, 83 Bronze) bei Bezirksmeisterschaften errungen.

Ein fester Bestandteil ist seit 1992 der Frankenfelser Cup, an dem sich zahlreiche FrankenfelserInnen beteiligten, und aus dem auch unsere erfolgreiche Christine Neubauer entdeckt wurde. Durch intensive Betreuungen der Hobbyschützen konnten die Leistungen gehoben werden und die Teilnehmer wurden immer mehr, sodaß wir wieder aktive junge Nachwuchsschützen (Christoph Wutzl, Regina Leb, Bettina Pinczolitsch, Alice Pfeffer und Tatjana Karner) gewinnen konnten.