Am Freitag den 21. September
2007 im frei.raum:
Laff Riot
Restlverwerten aus 25 Jahren Musik
REVIEW: Im frei.raum ist Newcomer-Night und ich bin neugierig,
ob die so bezeichneten SUSTAIN, SOMEONE ELSE und LAFF RIOT
was auf die Reihe kriegen.
Die drei angekündigten Bands kamen nicht in die Verlegenheit,
vor leeren Rängen zu spielen, denn sie hatten ihre Fans gleich
mitgenommen. Außerdem gab es neben mir noch einige andere neugierige
Ohren, welche die Bands noch nicht gehört hatten und so wurde
die 50-Personen-Marke leicht überschritten.
Die Uhr zeigte schon
22:30, als der Frankenfelser Vierer LAFF RIOT als erste Band
die Bühne enterte. Die voluminöse Stimme von ROSWITHA
TRIMMEL erfüllte den Raum und ließ mich an die gottgleiche
Patti Smith denken. Vorerst, denn schon bald schlichen sich Redundanzen
ein; nicht nur im Gesang, sondern die Songs selbst hörten sich
immerzu ident an. Die Band bezeichnet ihre Musik als Grunge bzw.
Rock. Abgesehen vom, in der Musikszene nach wie vor geltenden Grunge-Verbot
haben Laff Riot nicht wirklich etwas mit Grunge zu tun. Die kommerziellere
Variante, nämlich Power Pop, würde es schon besser treffen.
Ich kann mir durchaus vorstellen, wie die Sängerin die nächste
Castingshow gewinnt und im oberen Drittel der Ö3 Hitparade
landet. Ihr würde das sogar taugen wie ich vermute.
www.myspace.com/laffriotmusic
Die Members
von SOMEONE ELSE hingegen konnten sich in ihrer Selbstbeschreibung
bisher noch nicht einigen, ob sie nun Pop-Punk, Screamo oder Alternative
spielen. Das Set im frei.raum wurde klar von Fun-Punk Nummern dominiert,
von solchen, die das Blut der Teenager seit den frühen 80ern
in Wallungen versetzt. Die ideale Partymusik, wenn ich einen Pulk
alkoholisierter Jugendlicher zu unterhalten habe. Der nüchterne
Zuhörer aber langweilt sich ab der dritten Nummer selbst bei
den legendären Descendents, wenn er nicht vor der Bühne
moshen möchte. Es mochte keiner moshen.
www.myspace.com/some1ilike
Punkrock als
nächstes. Klingt auch nicht sehr innovativ, doch die im Vergleich
zu den Vorgängerbands erfahreneren SUSTAIN schlugen einige
musikalische Haken, die sie technisch zwar oft nicht bewältigten,
die Band aber vom Vorwurf der Eintönigkeit freispricht. Einige
Songs hatten durchaus Ohrwurmqualität und zum ersten Mal kam
Bewegung in die Reihen der Zuhörer. Mit einigem Üben kriegen
die vier St. Pöltner auch die schwierigen Parts in ihren Songs
hin und dann kann das Prädikat "Newcomer" vor der
Band getrost weggelassen werden.
www.myspace.com/sustain
Überhaupt hatte
der Abend trotz der von mir erwähnten Defizite der Bands nichts
von einer Newcomer Night. Die Musiker waren technisch einfach zu
gut, um sie als Anfänger zu bezeichnen. Ein unverkennbares
Profil haben sie allerdings auch noch nicht.